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Freiwillige Feuerwehr Schlewecke
 

Die Schlewecker Wehr ist eine der ältesten Freiwilligen Feuerwehren im Ambergau. Sie wurde 1874 gegründet. Damals gehörte Schlewecke zum Herzogtum Braunschweig. Es gab strenge Richtlinien über die Einrichtung und Unterhaltung von Feuerwehren. Sie fanden sich auch in den Statuten der Schlewecker Wehr wieder. Zum Beispiel war die Stärke der Wehr mit konstant 33 Mann vorgeschrieben. Sie mussten jährlich an mindestens sechs Übungen teilnehmen. Auf der Gründungsversammlung am 13.11.1874 wurde August Winkelvoß zum ersten Hauptmann gewählt. Seine Nachfolger wurden die Kameraden Wilhelm Preuße und Heinrich Hansmann. Wilhelm Preuße war zeitweise Bezirkshauptmann mit Verantwortung auch für die Wehren in Volkersheim, Mahlum und Bodenstein. Ab 1900 wurde die Wehr von Kamerad Karl Schumann geführt. Seit 1901 werden die Aktivitäten in der Wehr protokolliert. So weiß man noch heute von Großbränden nach der die unter großem Kraftaufwand mit Handdruckspritzen bekämpft werden mussten. Im Jahr 1905 übernahm August Wolf die Führung der Feuerwehr. Er bekleidete das Amt  20 Jahre. Sein Stellvertreter Karl Kiene übernahm es von 1925 bis 1935. Er musste aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten und gab die Leitung für einige Monate an den 1. Zugführer Heinrich Niehus ab. Ihm folgte ab 1. April 1936 Gemeindebrandmeister August Emmermann. Bereits im Jahr 1926 ließ sich die Feuerwehr erstmals eine Motorspritze vorführen. Im Jahr 1934 war es soweit, dass die Gemeinde die erste Motorspritze vom Typ Fischer-Görlitz für die Wehr beschaffte. Den dazugehörigen pferdebespannten Wagen baute der ortsansässige Schmiedemeister und 1. Maschinist Karl Brandes. Schon bald stellte sich heraus, dass das alte, noch heute erhaltene Spritzenhaus auf dem Grundstück westlich der Kirche für die neue Spritze und die zugehörige Ausrüstung zu klein war. Vorausschauend entschloss man sich deshalb im Jahre 1936 unter Bürgermeister Heinrich Niehus und Gemeindebrandmeister August Emmermann, ein ganz neues Gerätehaus zu bauen. Es erhielt 2 gleich große Fahrzeugboxen, einen Schlauchturm von 15 m Höhe und einen Schulungsraum. Seine Grundkonzeption hat sich als so flexibel erwiesen, dass es an neue technische Entwicklungen stets angepasst werden kann. So entspricht es auch heute noch so gut wie allen Anforderungen. In der Zeit vor und im  2. Weltkrieg gab es keine zentrale Wasserversorgung in Schlewecke. Auch offene Wasser Entnahme stellen waren unzureichend vorhanden oder lagen außerhalb des Ortskerns. Deshalb wurde 1944 an zentraler Stelle in der Teichrinne ein Feuerlöschteich mit einem Fassungsvermögen von 360 m 3 angelegt. Er gewährleistete immer eine sichere Möglichkeit der Wasserentnahme.
In den letzten Jahren nahmen altersbedingte Verfallserscheinungen mit  Wasserverlust an der Anlage jedoch Überhand. Daher wurde im Jahre 2004 an gleicher Stelle eine Zisterne mit einem Fassungsvermögen von150 m 3 errichtet.
Zusammen mit der seit Mitte der 60er Jahre eingerichteten zentralen Wasserversorgung sichert die Zisterne einen etwaigen Löschwasserbedarf derzeit bestens ab.
Im Jahr 1951 erhielt die Wehr eine neue Spritze des Typs TS 8 vom Typ Amag-Hilpert‚ transportierbar im geschlossenen einachsigen Anhänger.
Sie bestand ihre „Feuertaufe“ schon kurze Zeit später bei den großen Bränden auf den Höfen von Jordan und Friedhoff in Werder.
 Auch bei dem Scheunenbrand 1956 in Nienhagen, sowie beim Großbrand auf dem Hof von Walden in Schlewecke wurde sie eingesetzt.
Zu dieser Zeit, im Jahre 1954, übernahm Helmut Klingemann für  20 Jahre die Führung der Wehr.
Ende der 50er Jahre entschloss sich die Gemeinde zur Beschaffung einer moderneren Motorspritze, weil die vorhandene TS 8 mit Wasserring Entlüflungspumpe den gestiegenen Anforderungen nicht mehr entsprach. Der Gemeinderat‚ der immer ein offenes Ohr für die Belange der Wehr hatte, beschloss die Anschaffung einer neuen TS 8 vom Typ Magirus mit Gasstrahler. Das neue Gerät half der Wehr, bei den zunehmend populären Feuerwehrausscheidungskämpfen auf überregionaler Ebene mit zuhalten. Die Wettkampfgruppen der FFW Schlewecke haben den damaligen Landkreis Gandersheim bei diversen Bezirkswettkämpfen würdig vertreten. Zahlreiche Urkunden, Plaketten und Pokale zeugen von ihren Leistungen.
Im Jahr 1969 ging ein großer Wunsch der Schlewecker Wehr in Erfüllung. Sie erhielt ein Tragkraftspritzenfahrzeug vom Typ Ford Transit auch für Schlewecke den „schnellen Einsatz“ ermöglichte. Im Zusammenhang mit einer Brandserie in Volkersheim sowie dem Großbrand bei Schlachtermeister Karl Kiene in Schlewecke, wurden um 1973 Atemschutzgeräte angeschafft. Nun konnte die Wehr auch Innenangriffe gegen das Feuer durchführen. Die Geräte bewährten sich bereits ein Jahr später beim Großbrand Drücker und beim Dachstuhlbrand Müller in Schlewecke bestens.
Die beiden letztgenannten Einsätze wurden bereits von Gemeindebrandmeister Karl Bartölke geleitet, der seit 1974 amtierte.
Im Jahre 1977 wurde die Wehr zu einem Scheunenbrand auf dem Hof Borchers in Schlewecke gerufen. Bei der Brandmeister-Tagung in Hohegeiß im gleichen Jahr wurde die Brandbekämpfung der Schlewecker Wehr bei diesem Brand als vorbildlich herausgestellt.
In den Jahren danach brauchten Innerorts gottlob nur einige Klein- und Entstehungsbrände gelöscht zu werden.
Im Jahre 1982 wurde in der zweiten Box des Feuerwehrhauses ein Fahrzeug vom Typ TLF-8-W des Katastrophenschutzes untergestellt. Damit wurde die „Schlagkraft“ der Wehr noch einmal wesentlich erhöht. Dies konnte bei zwei Bränden in Volkersheim (Altersheim und Pachulski) sowie beim Waldbrand in Nienhagen bewiesen werden. Auch bei Unwetter-katastrophen am 14.5.1981 in Schlewecke und am 31.5.1984 in Volkersheim stand die FFW Schlewecke ihren Mann.
In den 80-er Jahren wurden bei Umbau- und im ehemaligen Schlauchturm Toiletten installiert. Im Obergeschoß des Gebäudes entstand nach dem Entfernen einer Trennwand ein großer Schulungsraum mit E-Heizung. Die Mitgliederversammlungen wurden jetzt hier abgehalten. Vor dem Haus wurde im Frühjahr 1985 Verbundsteinpflaster verlegt. Alle Arbeiten wurden in Eigenleistung vollbracht. Das 110 - jährige Bestehen der Wehr wurde 1985 mit einem Zeltfest gefeiert. Bei diesem Anlass wurde die Jugendfeuerwehr Schlewecke - Volkersheim - Werder gegründet. 14 Jugendliche aus Volkersheim, 6 aus Schlewecke und 4 aus Werder, konnten als erste Mitglieder begrüßt werden. Die ersten Betreuer waren Walter Huschenbett und Günter Zellmer aus Schlewecke sowie Jens Vogel aus Volkersheim. Da die Namen der drei Orte zu lang für die Startlisten bei Wettkämpfen waren, wurden sie mit „WSV“ abgekürzt. Diese Bezeichnung sollte bald weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt werden.
Im März 1986 begann die Jugendfeuerwehr mit dem Sammeln von Altpapier. Aus den Einnahmen konnte 1987 ein eigenes Gruppenzelt mitfinanziert werden. Eine eigene Hindernisbahn, mobile Hindernisse zu Übungszwecken, wurde in diesem Jahr ebenfalls angeschafft. Der Unimog des Katastrophenschutzes wurde 1988 ausgemustert. An seiner Stelle erhielt im August 1988 ein VW-Bus LT vom Fernmeldezug des Landkreises Hildesheim Unterkunft im Gerätehaus. Er wurde 1994 mit der Auflösung des Fernmeldezuges Hildesheim abgezogen.
 Die Arbeit der Jugendfeuerwehr verlief bereits in den ersten Jahren sehr erfreulich. Die Gruppe nahm an verschiedenen Zeltlagern und Wettbewerben teil, bei denen immer bessere Plätze belegt werden konnten. Im Jahre1991 qualifizierten sich unsere Jugendlichen nach überaus erfolgreicher Teilnahme an Kreis- und Bezirkswettbewerben erstmals für die Landesmeisterschaften. Im Dezember 1991 wurde nach mehr als 20 Jahren treuen Dienstes das ersetzte Tragkraftspritzenfahrzeug durch ein neues vom Typ VW LT ersetzt.
Während einer Übung im Herbst 1992 fiel die mehr als 30 Jahre alte Spritze TS8/8 einem Pumpenschaden zum Opfer. Da die Reparaturkosten zu hoch waren, wurde eine neue TS8/8 vom Typ Fox im Januar 1993 beschafft.  Sie war die erste Tragkraftspritze des Bockenemer Stadtgebiets mit einem elektrischen Starter. Die Jugendfeuerwehr war weiterhin überaus erfolgreich. Durch sehr gute Platzierungen wurde sie auch überregional sehr bekannt. Nach den Landeswettbewerben 1993 qualifizierte sie sich ohne  Unterbrechung zu allen weiteren Landeswettbewerben. Selbst „Schlachtenbummler“ fuhren zu den Wett-kämpfen mit. Mehrfach wurden Plätze unter den ersten Zehn belegt. 1992 wurde eine Fahrt nach Berlin und 1993 eine Fahrt von 280 km mit dem Fahrrad quer durch die Heide unternommen. Im Jahr 1994 fuhr man mit dem Fahrrad und einigen Begleitfahrzeugen nach Bonn. Auf Einladung des Abgeordneten Hermann Rappe wurde der Bundestag besucht und eine Fahrt zum Flughafen Köln-Bonn unternommen. Auf dem großen Zeltfest des Jahres 1995 wurden das 10-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr und das 120-jährige Bestehen der Feuerwehr gemeinsam gefeiert. Durch Übernahmen aus der Jugendwehr in die aktive Wehr konnte das Durchschnittsalter der 1. Gruppe auf knapp über 20 Jahre gesenkt werden.
Schon bald konnte die verjüngte und motivierte Mannschaft auf erste Erfolge verweisen. Sie gewann 2x hintereinander die Stadtwettkämpfe und nahm im Jahre 1998 nach über 20 Jahren erstmals wieder an Bezirkswettbewerben teil.
Im Jahre 1997 wurde die Wehr zu einem Wohnungsbrand gerufen. Ausmaß und Schäden konnten in Grenzen gehalten werden. In den Jahren danach waren bis heute zum Glück keine Brandeinsätze jedoch wurden diverse Hilfeleistungen bei unterschiedlichen Gelegenheiten erbracht.
Nach 24 Jahren als Ortsbrandmeister gab Karl Bartölke im Jahr 1998 die der Wehr ab. Damit hat er der Wehr in diesem Amt bisher wohl am längsten gedient und damit ein weiteres gutes Zeichen gesetzt. Bereits 1951 beim 75jährigen Stiftungsfest lobte man die wegen langer Dienstzeiten geringe Zahl bisheriger Wehrführer. Sie sei ein sprechendes Zeichen für den guten Geist der Brandmeister wie auch der Wehrmänner so hieß es damals in der Presse. Wir freuen uns, dass es so geblieben ist.
Nachfolger von Karl Bartölke wurde Alfred Schneider.
Im Jahr darauf, 1999, löste Mirco Huschenbett seinen Vater als Jugendfeuerwehrwart ab.
Im Jahre 2000 wurde bei strahlendem Wetter das 125jährige Gründungsfest der Wehr und das 15jährige Jubiläum der Jugendwehr gefeiert.
Die Amtszeit von Alfred Schneider als Brandmeister in Schlewecke war relativ kurz, und zwar aus ehrenvollem Grund: Er wurde 2003 zum Stadtbrandmeister von Bockenem gewählt.
Ortsbrandmeister in Schlewecke ist seit 2003 Werner Fellmann.
2005 wurde unter seiner Führung das 130 jährige Bestehen mit einem großen Zeltfest  gefeiert. Die Jugendfeuerwehr WSV hat seit Ihrer Gründung im Jahr 1985  exakt 2000t  Altpapier gesammelt. Aus diesem Anlass gab die Jugendfeuerwehr im Jahr  2007 im Dorfgemeischaftshaus eine große Party.
Nachdem Werner Fellmann nach Erreichen der Altersgrenze aufhören musste,  übernahm Ralf Lichter 2008 die Wehr als Ortsbrandmeister.
Ein lang ersehnter Wunsch der Jugendfeuerwehr ging am 27.09.2008 in Erfüllung, sie bekamen Ihren eigenen Fahrzeuganhänger. Die Übergabe wurde in einem feierlichen Rahmen vollzogen.
 2009 wurde der neu errichtete Wappenbaum mit den  Logos der Freiwilligen Feuerwehr Schlewecke und der Jugendfeuerwehr geschmückt.
Im Mai 2010 wurde der Schulhof anlässlich der 135 Jahrfeier zur Zeltstatt verwandelt und ein berauschendes Jubiläumsfest gefeiert.
Ebenfalls in 2010 wurde im September das  25 jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr mit einem Orientierungsmarsch gefeiert.
Um den Nachwuchs in der Feuerwehr zu sichern wurde von Ralf Lichter angeregt, eine Kinderfeuerwehr zu gründen.
 Am 13.01.2011 war es dann  soweit, die Kinderfeuerwehr, “Löschzwerge“ wurde mit 11 Kindern gegründet.
Die Betreuer sind seit dem Melanie Arndt - Rohmann und Iris Fabian.
Auch die Kinderfeuerwehr bekam 2013 Ihr eigenes Logo am Wappenbaum.  Heute Zählt die Kinderfeuerwehr stattliche 18 Mitglieder.
Seit 2014 hat Ralf Janietz als Ortsbrandmeister die Geschicke der Wehr übernommen. Aus beruflichen Gründen trat er schon nach 3 Jahren von seinem Amt am 3. Oktober 2016 zurück. Am 23.Januar 2017 wurde dann der Hauptfeuerwehrmann Thorsten Ahlich bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zum neuen Ortsbrandmeister gewählt.

Die Wehr setzt weiter darauf, neue Kräfte aus der Jugendfeuerwehr in den
aktiven Dienst zu übernehmen. Dies ist mit Erfolg auch in den letzten Jahren geschehen. Wir sind stolz auf diese Erfolge, die auf hoher Motivation, harter Arbeit und Disziplin beruhen.
Das 140 - jährige Jubiläum ist ein Anlass zum Dank an alle, die ihre Zeit und ihre Kraft im Rahmen der Feuerwehr für ihre Mitbürger opfern. Schon bei ihrer Gründung trat jeder Feuerwehrmann mit dem Leitsatz in unsere Wehr ein, „freiwillig übernommene Pflichten pünktlich und gewissenhaft zu erfüllen, und gute Kameradschaft zu halten.“
Unter diesem Leitsatz werden wir auch in Zukunft handeln!